E-Paper - 23. Januar 2014
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Ein Dorf möchte sich selbst versorgen

JONSCHWIL Sie hat am Montag «das Licht der Welt erblickt»: die neu gegründete Solargenossenschaft

Mit der Sonne einheimische Energie produzieren: Dies möchte Jonschwil mit Hilfe einer Solargenossenschaft in Schwung bringen. Sie soll den Bau von Photovoltaikanlagen in der Gemeinde fördern.

«Eine erste Idee der Genossenschaft ist das laufende Projekt des Kindergartenersatzbaus», schildert Genossenschafts- und Gemeindepräsident Stefan Frei. Das Dach soll mit einer Photovoltaikanlage belegt werden. Dabei würde die Politische Gemeinde das Dach und die Solargenossenschaft die Anlage berappen. Eigentümer der Anlage wäre die Genossenschaft. Die Leistung der Dachfläche würde rund 80'000 Kilowattstunden betragen. Damit können 15 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgt werden. Die Kosten dieser Anlage werden auf 180‘000 Franken geschätzt.

Die «Stube» als Stromproduzent

Ein Pfarrer von Jonschwil habe den Bettenauer Weier mal als «Sonnenstube» der Pfarrei bezeichnet. Damals ahnte er wohl noch nicht, dass heute diese Stube als Produzent von Solarstrom genutzt wird. Am Montagabend wurde die Solargenossenschaft von Jonschwil gegründet. Ziel ist, weitere grössere Dachflächen in der Gemeinde mit Photovoltaikanlagen auszustatten und somit mehr einheimischen Strom zu produzieren. In der Genossenschaft soll jede(r) Strom erzeugen können auch solche ohne Eigenheim.

In Richtung Nachhaltigkeit

«In punkto Energie sind wir enorm vom Ausland abhängig», ist Gemeindepräsident Stefan Frei überzeugt. Um dieser Abhängigkeit entgegenzusteuern, rief er eine Solargenossenschaft ins Leben. «Mit ihr bewegen wir uns einen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und sorgen gleichzeitig für künftige Generationen vor.» An einem ersten Diskussionsabend im Juni 2012 wurde eine Liste von interessierten Genossenschaftern und Genossenschafterinnen aufgenommen. Auf der Suche nach potenziellen Vorstandsmitgliedern und einem Präsidenten wurde im Mai 2013 ein Statutenentwurf aufgesetzt.

Stabile Modulpreise

«2012 führten Modulpreissenkungen zu einer Kostensenkung bei schlüsselfertigen Photovoltaikanlagen von circa 25 bis 35 Prozent», erläutert Thomas Gämperli, g&o sunsolutions GmbH, Lütisburg die aktuelle Situation. Im Jahr 2013 hielten sich die Preise laut Gämperli relativ stabil. Die Preise zogen nur bei einigen Modulherstellern leicht an. Für das laufende Jahr rechnet er mit einer ähnlichen Preisentwicklung wie im letzten Jahr. Die maximale Unterstützungsdauer für Photovoltaikprojekte sei von 25 auf 20 Jahre gekürzt worden.

Förderinstrument des Bundes

Die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) ist ein schweizerisches Förderinstrument für die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien. Seit dem 1. Januar 2009 werden Produzenten von alternativem Strom mit einem Vergütungstarif für den ins Netz eingespeisten Strom entschädigt. Bereits im Februar 2009 waren die verfügbaren Mittel ausgeschöpft. Es bestehe eine Warteliste mit über 27'000 angemeldeten Photovoltaikanlagen (Stand Oktober 2013). Damit die Warteliste abgebaut werden kann, wurden die KEV-Abgaben auf 1.5 Rappen/kWh gesenkt. Jonschwil befinde sich nach Angaben von Thomas Gämperli auf Position 21'000.

Priska Scherrer

Wiler Nachrichten vom Donnerstag, 23. Januar 2014, Seite 14 (76 Views)

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