E-Paper - 23. Januar 2014
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Telefon «ringt» mit Handy

WIL/REGION Sterben die kultigen «Telefonzellen» endgültig aus?

Es gab einmal eine Zeit, in der standen sie uns an jeder Ecke zur Seite zur Auskunft und Kommunikation bereit. Nun jedoch werden die «Telefonzellen» (Publifone) mehr und mehr zur Rarität. Zeit, sich mit der aktuellen Situation in der Region zu beschäftigen.

Münzauslage auf der Ablage, Telefonkarten-Sammelaktionen und ein Guthaben mit ins Schullager Erinnerungen aus vergangener Zeit. Im Handyzeitalter hat das Publifon eindeutig den Kürzeren gezogen. Während die roten Kameraden in London längst zum Kultobjekt mutiert sind, verschwinden die Schweizer Vertreter nach und nach von der Bildfläche.

In 10 Jahren gut die Hälfte

Aktuell betreibt Swisscom schweizweit 4‘834 Publifone. Davon zählen 3'307 Telefonkabinen zur Grundversorgung. Waren es 2003 noch 8'500 Publifone, so ist bis heute etwas mehr als die Hälfte übrig geblieben. Wie Swisscom bestätigt, werden sie am häufigsten an stark frequentierten Punkten genutzt, an denen sich viele Menschen aufhalten. Konrad Merz von Swisscom: «Gemäss unseren Informationen werden Publifone primär noch von drei relevanten Kundengruppen benutzt. Erstens sind dies preisbewusste Menschen, die ins Ausland telefonieren wollen, zweitens Touristen (die u.a. auch die Festnetz-Qualität und die günstigen Tarife schätzen) und drittens sogenannte 'Notfall'-Nutzer; z.B. wenn beim Handy der Akku oder das Guthaben leer ist.»

Lesen statt Telefonieren

Die häufigste Ursache für die Aufhebung eines Publifones seien geänderte Kundenbedürfnisse. «In Fällen, wo gar keine Nachfrage nach dieser Dienstleistung besteht, werden Schliessungen von zur Grundversorgung gehörenden Publifonen unter Zustimmung der Gemeinde umgesetzt. Dazu muss auch die ComCom den Schliessungsantrag genehmigen», erklärt Konrad Merz. Die Telefonkabinen werden in solch einem Fall entsorgt. «Swisscom hat einige Publifone veräussert, über deren Nutzung haben wir jedoch keine Kenntnis.» Kultig ergeht es einer Telefonzelle in Neggio im Tessin. Wie 20 Minuten berichtete, wird diese als Bibliothek genutzt.gas

Wiler Nachrichten vom Donnerstag, 23. Januar 2014, Seite 3 (74 Views)

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