E-Paper - 06. Februar 2014
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Kein Luxus, keine Karte, keine Furcht

MÄRWIL Unternehmenslustige Hinterthurgauer bereiten sich auf Rallye durch den Osten vor

Andreas Züger und Markus Heuberger lassen sich im Frühjahr auf ein Abenteuer der besonderen Art ein: Mit einem 23 Jahre alten VW-Bus durchqueren sie Osteuropa bis nach Jordanien. Dies, nicht zuletzt, für einen guten Zweck.

«Ferien am Strand ist eben nichts für uns», sagt Andreas Züger begleitet von Markus Heubergers breitem Grinsen. Deshalb hätten sich die Freunde aus Märwil und Bettwiesen für die Allgäu-Orient-Rallye entschieden: Eine Tour, die quer durch Osteuropa bis nach Ammann in Jordanien führt. Bereits zum 9. Mal findet das Rennen statt, bei dem 111 Teams am 3. Mai 2014 ihre voraussichtlich dreiwöchige Reise antreten werden. Anhand der Spielregeln lässt sich vermuten, dass der Abenteuertrip nichts für sanfte Gemüter und luxusgewohnte All-Inclusive-Reisende ist. Es sind weder Navigationssysteme noch Landkarten erlaubt. Übernachtet wird im Auto, im Freien, im Zelt oder in Hotels, die nicht mehr als 11,11 Euro die Nacht kosten dürfen. «Wir haben keine Angst», so Züger. «Im Gegenteil: Wir freuen uns auf ein tolles Erlebnis.» Zwar sind die Reisenden im Grossen und Ganzen auf sich selbst gestellt, doch seien nötige Sicherheitsvorkehrungen seitens Veranstalter getroffen worden. Routen, die etwa durch Syrien führen, sind aufgrund der aktuellen politischen Lage nicht erlaubt.

Einmalige Fahrt mit Rallyewagen

In Sachen Unterkunft sind Züger und Heuberger vergleichsweise komfortabel ausgestattet: Sie haben im Internet einen alten, feuerroten VW-Bus erstanden, der genügend Raum für eine Matratze bietet. «Ein wirklich schöner Wagen, es wird wohl schwerfallen, sich von ihm zu trennen», sagt Heuberger. Dieser Abschied ist aber vorprogrammiert, denn die Regeln besagen des Weiteren, dass jeder fahrbare Untersatz nach Erreichung der Zielgeraden in Jordanien zurückgelassen werden muss. Dass für die Rallye daher keine Luxuskarosserien zugelassen sind, dürfte im Sinn der Teilnehmer sein. Mindestens 20 Jahre muss der «Rennwagen» auf dem Buckel haben. Mit dem Erlös, durch den Verkauf der Ersatzteile, wollen die Veranstalter der Allgäu-Orient-Rallye Geld für einen wohltätigen Zweck sammeln (Box).

Wer spendet, kriegt Aufkleber

«Globaltrottel» so der Name des Teams der beiden Hinterthurgauer, setzt sich aus vier weiteren Mitgliedern zusammen: zwei Deutsche und eine Rumänin. Gemeinsam haben Sie die Messlatte ihres persönlichen Spendenbarometers noch höher gesetzt: «Wir suchen Sponsoren, die zusammen mit uns das Projekt Lugoj unterstützen, ein Tagesheim für geistig behinderte Kinder und Erwachsene in Rumänien», erzählt Züger. «Wir wollen hierbei klar betonen, dass der finanzielle Zustupf einzig dieser Institution zugute kommt und keine Almosen für unsere Reise darstellt.» Wer grosszügig spendet, werde mit einem Logoaufkleber auf dem VW-Bus gewürdigt. Weitere Informationen gibt es unter http://www.globaltrottel.eu.

Erster Preis ist ein Kamel

Züger und Heuberger sind sich Reisen in ferne Länder gewohnt. Eine Familie haben sie bislang nicht gegründet das würde dem Abenteuerspass wohl eher einen Dämpfer verpassen. Auch untereinander, das sind sich die Freunde bewusst, wird während des dreiwöchigen Trips nicht ausschliesslich Harmonie herrschen. Markus Heuberger gibt sich aber zuversichtlich: «Wir sind positiv eingestellt und vertrauen auf unser tolles Team.»

Was die sechs Tollkühnen im Falle eines Sieges erwartet, ist ein Kamel der traditionelle erste Preis bei der Allgäu-Orient-Rallye. Gemäss den Auflagen der Veranstalter dürfe das Kamel, falls es die Einfuhrbestimmungen erlauben, in das Heimatland der Sieger mitgenommen werden. Diese Bestimmung zu Sprache gebracht, brechen die künftigen Rallyefahrer in schallendes Gelächter aus. «Ich vermute mal, das ist eher als Scherz gedacht», beschwichtigt Andreas Züger. Katja Fässler

Wiler Nachrichten vom Donnerstag, 6. Februar 2014, Seite 28 (148 Views)

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