E-Paper - 28. April 2016
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Die Meinung der Vorgesetzten

Wir alle haben solche und ähnliche Situationen schon erlebt: Man arbeitet in einem Beruf, hat an sich Freude daran, stimmt aber nicht zwingend mit der Kultur und allen Werten des Unternehmens überein. Doch während die meisten von uns bloss selten bis zwischendurch damit konfrontiert werden, sieht es in der katholischen Kirche ganz anders aus. Obwohl Stadtpfarrer Roman Giger sich grundsätzlich für einen besseren Umgang mit Geschiedenen ausspricht, Frauen als gleichberechtigt anschaut und auch gegenüber homosexuellen Menschen keine negativen Emotionen hat, muss er grösstenteils den Vorgaben aus dem Vatikanstaat folgen (Seite 7). Was geschieht, wenn ein Pfarrer dies nicht tut, zeigte im vergangenen Jahr das Beispiel von Wendelin Bucheli, Pfarrer der Urner Gemeinde Bürglen. Da er einem lesbischen Paar im Oktober 2014 den Segen gab, musste er 2015 schliesslich fast seinen Platz räumen. Und dies nur, weil er ein Paar segnete, was heutzutage sogar bei Autos und Motorrädern gemacht wird. Zwar muss sich auch Stadtpfarrer Roman Giger bei gewissen Themen selber einschränken, sein Engagement ist aber trotzdem bewundernswert: Wo er kann, gibt er Frauen beispielsweise mehr Spielraum als in der katholischen Kirche üblich. Dass dafür gewisse Vorschriften aus Rom etwas beiseite geschoben werden müssen, ist ein kleiner Preis. Schlussendlich zählt nämlich nur die gute Arbeit an der Basis. Und diese scheint in Wil gegeben zu sein.

Wiler Nachrichten vom Donnerstag, 28. April 2016, Seite 1 (27 Views)

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