E-Paper - 26. Mai 2016
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Auktionsfieber erfasst die Stadt Wil

Von Stefan Feuerstein

In der vergangenen Woche fand die internationale Rapp-Auktion statt. Dabei wurden innerhalb von drei Tagen Briefmarken, Münzen und Banknoten im Wert von mehreren Millionen Franken versteigert.

Wil Vom 18. bis zum 20. Mai ging es im Auktionshaus Rapp hoch her. Innerhalb weniger Tage wurden fast unzählige Münzen, Noten und Briefmarken versteigert. Darunter waren auch sehr spezielle Stücke wie beispielsweise eine Goldmünze mit dem Porträt von Kaiser Ferdinand II oder eine Briefmarkensammlung mit Briefmarken aus den britischen Kolonien. «Es ist sehr ungewöhnlich, dass eine Schweizer Familie über mehrere Generationen hinweg britische Briefmarken sammelt», erklärt Marianne Rapp Ohmann, die das Auktionshaus gemeinsam mit ihrem Vater Peter Rapp führt. «Solch authentische und gut bestückte Sammlungen sind extrem selten.»

Tagelanges Besichtigen

Wer an den Auktionen teilnehmen wollte, musste sich in einem ersten Schritt beim Empfang registrieren. Danach stand es den Besucherinnen und Besuchern offen, die zur Versteigerung stehenden Objekte ausgiebig zu besichtigen. Über das ganze Haus verteilt standen in mehreren Räumen Briefmarkensammlungen und andere Stücke für Interessierte bereit, was intensiv genutzt wurde. «Einige der Besucher blätterten fast jede Sammlung durch und waren mehrere Tage damit beschäftigt», so Rapp Ohmann. Allgegenwärtig waren während der Auktionstage in der vergangenen Woche aber nicht nur Sammlerstücke und begeisterte Sammler, sondern auch viele Sicherheitsmitarbeiter. Bei Briefmarken und Noten, die nur vereinzelt wenige Hundert Franken kosten und meist deutlich mehr, ist dies gemäss der Geschäftsführerin des Auktionshauses nötig: «Eine gewisse Vorsicht ist bei einer solchen Auktion wichtig, weswegen auch ein professionelles Sicherheitsteam tätig ist. So können wir verhindern, dass einzelne Stücke gestohlen oder ausgetauscht werden.»

Gebote im Sekundentakt

Der eigentliche Auktionsbetrieb lief vom 18. bis 20. Mai im Untergeschoss des Auktionshauses ab. Hier übertrafen sich die teils sehr zahlreich anwesenden Bieter laufend mit ihren Geboten, innerhalb kürzester Zeit stieg der Preis einiger Stücke um mehr als das Zehnfache des Einstiegsgebots. Neben den anwesenden Bietenden kämpften dabei auch Telefon- sowie Internetbieter um die begehrten Stücke. Während die Anwesenden dafür eine Tafel hochhielten, wurden telefonische Gebote durch geschultes Auktionspersonal weitergegeben, bei jenen aus dem Internet erklang jeweils ein Piepton. Wenn ein Gebot nicht mehr übertroffen wurde, verkündete Peter Rapp sodann das Schlussgebot nochmals, woraufhin bereits das nächste Stück zur Auktion kam. Im dritten Stock des Gebäudes konnten die erfolgreich Bietenden anschliessend den Auktionspreis zahlen, woraufhin sie die Stücke direkt mitnehmen konnten. Für die eingangs erwähnte Goldmünze wurde beispielsweise ein Preis in Höhe von 109'800 Franken erzielt, die Sammlung der Briefmarken aus den britischen Kolonien erreichte ein Höchstgebot von 95'000 Franken.

Vorbereitungen starten bereits

Wie Marianne Rapp Ohmann erklärt, sei das Unternehmen mit den diesjährigen Auktionstagen sehr zufrieden: «Wir konnten erneut zahlreiche Münzen- und Briefmarkensammler aus der ganzen Welt nach Wil bringen und viele besondere Stücke versteigern.» Für sie und die Mitarbeitenden des Auktionshauses wird es nun aber auch nach der erfolgreichen Auktion nicht ruhiger. Kaum konnten neue Besitzer für die wertvollen Stücke gefunden werden, steht nun der Aufbau der Sammlung für die Auktion im kommenden Jahr an. «Nach der Auktion ist vor der Auktion», sagt Rapp Ohmann mit einem Lachen. «Schon jetzt sind wir sicher, dass wir auch dann wieder einige sehr spannende Stücke zur Auktion anbieten können.»

Wiler Nachrichten vom Donnerstag, 26. Mai 2016, Seite 7 (26 Views)

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