E-Paper - 10. Januar 2019
Wil
E-Paper - Auswahl
E-Paper - Ansicht
 
 

kommentar

Arzt- oder Produkt-fehler?

«Das eingelegte Produkt soll an und für sich qualitativ gut gewesen sein. Ob ein Handhabungsfehler der Prothese bei der ersten Einlage vorgelegen ist, kann ich als Onkologin nicht entscheiden.» Das ist eine der vielen ausweichenden Antworten, die in den diversen Berichten von Sonja Müllers Ärzten stehen. Niemand will sich darauf festlegen, ob das zerfetzte Implantat, das 2015 aus Müllers Brust entfernt wurde, Ergebnis eines Produkt- oder eines Handhabungsfehlers war (Seite 5). Also ein Fehler der damals operierenden Ärztin. Aus Sicht der Mediziner ist die vorsichtige Formulierung nachvollziehbar. Man will den Ruf eines Berufskollegen nicht schädigen. Auch wenn dieser nicht im selben Spital arbeitet. Aus Sicht der Patientin aber ist es mehr als nur frustrierend. Sonja Müller fühlt sich in ihrem Anliegen nicht ernstgenommen. Ein ohnmächtiges Gefühl. War und ist sie doch immer wieder mit ihrem Körper und ihrer Gesundheit den Ärzten ausgeliefert. Dabei zeigen die Bilder des zerfetzten Implantats auch für einen Laien: Irgendwas ist bei dieser Brust-OP schief gelaufen. Es ist unbefriedigend zu wissen, dass jemand, der sich ein unabhängiges ärztliches Gutachten nicht leisten kann, im Kampf gegen ein Spital stets den Kürzeren zieht. Es wäre wünschenswert, wenn sich die Spitäler in solchen Fällen für eine unabhängige Untersuchung einsetzen würden. Das würde längerfristig auch das Vertrauen in die Kompetenz der behandelnden Ärzte fördern.

Wiler Nachrichten vom Donnerstag, 10. Januar 2019, Seite 1 (18 Views)

ZURÜCK ZUR SEITE

 
 

<   Januar   >
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31