E-Paper - 10. Januar 2019
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Verschiedene Lesermeinungen:

Religion und Medizin was rettet?

In den WN KW51 beklagt Herr Jakob, dass heute viele Menschen die Finsternis mehr liebten als das Licht. Es scheint fast so, als hätte er eine Umfrage gemacht. Weiter beklagt er, dass heute viele meinten, keinen Retter zu brauchen. Wovon soll denn gerettet werden? Von den angeblichen Folgen eines nie stattgefundenen Sündenfalls (Krankheit und Tod). So ist es wirklich. Das wirft z.B. die Frage auf, warum denn Hunde und Katzen keinen Retter brauchen. Wer bzw. was rettet denn, wenn wir ernsthaft erkranken? Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass die moderne Medizin es ist. Deshalb vertraut selbst Herr Jakob bei einem akuten Blinddarmdurchbruch nicht nur auf sein Gebet, sondern auch auf die moderne Medizin, die wir der von ihm so verpönten Wissenschaft zu verdanken haben. Weil selbst er weiss, dass in einem solchen Fall kein Gott und kein Messias ihn vor dem sicheren Tod rettet. Alle Infektionskrankheiten, welche noch im Mittelalter ganze Landstriche entvölkerten, konnten nur dank der modernen Medizin besiegt oder zumindest eingedämmt werden. Alle zuvor zum Himmel geschickten Gebete konnten nichts ausrichten. Zum Schluss betont Herr Jakob, die «gute Botschaft des Glaubens des Verbundenseins mit Jesus» gelte allen Menschen. Er ignoriert also wieder einmal mehr, dass jede Religion ihre eigenen Ideen, Ziele und Konzepte hat. Er tut erneut so, als ob das christliche Glaubenskonzept auch für Hindus und Buddhisten gelten würde. Was haben wir denn der Bibel zu verdanken? Religionskriege, Genitalverstümmelungen, Hexenverbrennungen, Unterdrückung der Frau, Verachtung und Ausgrenzung unehelicher Kinder und deren Mütter.

Paul Meyenberger, Oberuzwil

Steuerfusssenkung 2019 der Stadt Wil Wo ist die bürgerliche Mitte?

Leser verschiedener Medien äussern ihren Unmut bzw. ihr Unverständnis betreffend der Abstimmung des Parlaments zur von der GPK vorgeschlagenen Steuerfusssenkung 2019. Während die FDP und die SVP sich als wirtschaftlich orientierte Parteien klar für eine Steuerfusssenkung aussprachen, konnten die Linken und Grünen, unterstützt von der CVP, die Anträge der FDP und SVP überstimmen. Für eine aktive Standortförderung ist u.a. die Steuerpolitik massgebend. Mit zunehmend leeren Geschäfts- und Dienstleistungsräumen, dem Gastrosterben und den massiv überhöhten Parkiergebühren verliert Wil laufend an Attraktivität. Die öffentlichen Verwaltungen neigen bekanntlich dazu, jeweils vor Jahresende ihre Budgets vollumfänglich zu beanspruchen, damit im Folgejahr wieder mindestens der gleiche Betrag gesprochen wird. Die Stadt Wil hat in den letzten Jahren entgegen eines budgetierten Defizits, praktisch immer mit einen Überschuss abgeschlossen. Mit einer oft linkslastigen Berichterstattung der Medien wird den Bürgern Sand in die Augen gestreut. Bei der Steuerfuss-Abstimmung im Parlament spielte die CVP das Zünglein an der Waage, was zur Ablehnung führte. Daraufhin wurde das Ratsreferendum ergriffen, was ich unterstütze. Anscheinend geht es verschiedenen CVP-Parlamentariern wirtschaftlich (noch) zu gut und sie bezahlen gerne zu hohe Steuern. Beim Abstimmungsverhalten der CVP hatte ich schon oft den Eindruck, dass sie meines Erachtens mit Scheibenwischerpolitik als angebliche Mittepartei die wirtschaftlichen Interessen kaum mehr wahrnimmt. Nachdem das Parlament als Volksvertreter den Mut für eine Steuersenkung nicht hatte, muss das Volk das letzte Wort sprechen.

Paul Grob, Wil

Mehr AHV-Rente 2019

Im neuen Jahr wird alles besser! Die Minimalrente der AHV/IV steigt um 10 Franken und die Höchstrente um 20 Franken pro Monat. Das mag mathematisch richtig sein, dass die Höchstrente um das Doppelte der Minimalrente angehoben wird. Ethisch und moralisch ist es doch sehr verwerflich, wenn jene die bereits 2350 Franken im Monat erhalten, mehr bekommen als jene, welche mit (2018) 1175 Franken im Monat auskommen müssen. Was sind das für Volksvertreter, die sich solches ausdenken. Das können doch nur Schreibtischtäter sein, welche keine Ahnung haben, was ein Brot kostet und um wieviel es wieder aufgeschlagen hat. Wie sagte doch der Fürst von Bismarck? «… und in der Fraktion … verliert der Volksvertreter den Blick für das Allgemeine». In diesem Sinne, Happy New Year!

Evelyne Engeler Mohn, Wil

Die Rechnung ging nie auf

Der Stadtrat Wil, von Amtes wegen an erster Stelle für die öffentlichen Schulen verantwortlich, hat mit der Favorisierung von Variante D ein deutliches Zeichen gesetzt. In naher Zukunft sollen alle Oberstufenschülerinnen/-schüler in gemischten Klassen unterrichtet werden. Festgefahrene Argumente für eine Trennung der Geschlechter in der Oberstufe werden relativiert. Ein zurzeit undifferenzierter Qualitätsvergleich der verschiedenen Oberstufenschulen wird wegfallen. Knaben werden den Mädchen bezüglich Klasseneinteilung gleichgestellt. Eine Zwangseinteilung vieler Knaben mangels gemischter Klassen wird der Vergangenheit angehören. Die Pubertät hat sich nach unten und oben ausgeweitet, ein Phänomen unserer Zeit (Mittelstufe bis zu einem Alter von 25 Jahren). Die Zeit welche die Jugendlichen die Oberstufe besuchen, ist somit nur ein Bruchteil der gesamten Pubertät. Knaben und Mädchen werden sich gegenseitig ergänzen, voneinander lernen. Sonderprogramme, getrennt für Mädchen und Knaben, werden in Zukunft nach Möglichkeit vermehrt eingesetzt werden können. Im Turnunterricht ist dies längst Realität. Tausend von Jugendlichen in der ganzen Schweiz besuchen Jahr für Jahr gemischte Oberstufen und dies ohne Geschrei und jahrelangen Diskussionen.

Martina Hofer, Wil

Weitere Lesermeinungen finden Sie auf der Seite 32.

Wiler Nachrichten vom Donnerstag, 10. Januar 2019, Seite 30 (21 Views)

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