E-Paper - 02. Mai 2019
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Das Paradox des Schulsystems

Eine Homeschoolerin, eine Montessori-Pädagogin, ein Steinerschul-Lehrer und der Leiter Bildung der Stadt Wil. Sie alle haben in den letzten vier Wochen zu den Herausforderungen der aktuellen Schulsituation und ihren Visionen für eine Schule der Zukunft Stellung genommen (Seite 9). Dass die Digitalisierung grosse Veränderungen im Schulalltag bringen wird, da sind sich alle einig. Bezüglich der Beschulungswahl gehen die Meinungen aber auseinander. Die Vertreter der privaten Bildungssysteme sprechen sich aus offensichtlichen Gründen für eine freie Schulwahl aus. Stefan Chiozza spricht sich dagegen aus. Seines Erachtens würde das bildungstechnisch zu einer Zweiklassengesellschaft führen. Beide Positionen haben ihr Pro und Contra. Es ist eine Tatsache, dass das staatliche Bildungssystem nicht für jedes Kind geeignet ist. Selbst wenn es heute individueller gestaltet ist als noch vor zehn Jahren. Privatschulen können diesbezüglich Hilfestellung leisten. Aber: Eben nur jenen, die es sich auch leisten können. Die Frage ist, ob eine flächendeckende Finanzierung von Privatschulen die Lösung wäre. Oder ob diese dann nicht wie Pilze aus dem Boden schiessen würden. Es bräuchte folglich ein klares Regelwerk. Ausserdem müsste geklärt werden, woher das Geld für die Finanzierung nicht staatlicher Schulen hergenommen würde. Abschliessend bliebe die Frage: Wenn nichtstaatliche Schulen vom Staat finanziert werden, sind sie dann nicht automatisch auch staatlich?

Wiler Nachrichten vom Donnerstag, 2. Mai 2019, Seite 1 (15 Views)

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