E-Paper - 31. Mai 2019
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Zu wenig Stellen-prozente?

«Jeder Lehrer leistet 248 unbezahlte Überstunden» titelte kürzlich eine Gratiszeitung. Das seien Überzeiten im Wert von mehreren Millionen Franken, wie der Lehrerverband aussagte. Ob dies auch einer der Gründe für Marco Büchlis frühzeitige Kündigung war, lässt sich nur mutmassen (Seite 5). Er selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Doch in einem Informationsbrief an die Eltern schrieb er, dass «die angetroffenen Bedingungen ein zeitliches und persönliches Engagement von ihm erfordern, das insgesamt deutlich über das zu erwartende Mass hinausgeht.» Diese Aussage könnte auf eine Überforderung schliessen lassen. Welche Bedingungen konkret gemeint sind, ist derzeit noch unklar. Aber eine davon könnte das Pensum sein. Büchli führt die OS Bronschhofen mit nur sechzig Prozent. Das ist sehr wenig. Vor allem, wenn man nicht nur den täglichen Betrieb aufrecht erhalten will, sondern auch innovativ sein möchte und neue Projekte anreissen will. Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung, den künftigen Herausforderungen in der Berufsvorbereitung und nicht zuletzt den anstehenden schulischen Veränderungen im Zuge des Projekts Schule 2020 wirkt ein 60-Prozent-Pensum fahrlässig. Vielleicht müsste man sich also in einer nächsten Budget-Debatte mit dem Gedanken anfreunden, dem Department Bildung und Sport wieder einige Stellenprozente zuzuschreiben. Statt sie ihm aus Prestigegründen zu streichen. Die Lehrer würden es verdanken.

Wiler Nachrichten vom Freitag, 31. Mai 2019, Seite 1 (12 Views)

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