E-Paper - 11. Juli 2019
Hinterthurgau
E-Paper - Auswahl
E-Paper - Ansicht
 
 

Kalorien-Killer ohne Muskelkater

Von Ilaria Fosca

Es muss nicht immer Fussball sein. Die Region bietet auch Sportarten an, die nicht jedermann kennt. Genau in solchen ausgefallenen, sportlichen Aktivitäten versucht sich die WN-Reporterin. Diese Woche ein Erfahrungsbericht über: Aqua Cycling.

Aqua Cycling Der Bikini sitzt, die Sporttasche ist bereits im Spind verstaut. Noch rasch unter die kalte Dusche, dann bin ich bereit. Bereit, um während 45 Minuten beim Aqua Cycling im Sportpark Bergholz mit voller Kraft in die Pedale zu treten. Es ist Donnerstagabend kurz vor acht. In wenigen Minuten beginnt das Training. Nach der ersten Abkühlung betrete ich das Hallenbad. Acht Kursbesucher, Jung und Alt, Frau und Mann, sitzen auf ihren Rädern im Mehrzweckbecken. Eine blonde Dame in Sportkleidung und montiertem Mikrofon empfängt mich herzlich. Trix Eggmann ist ihr Name. Kurzerhand klärt sie die Aqua-Biker über meinen Besuch auf. Dann reicht sie mir die kleinsten Wasserschuhe, die sie findet. «Damit das Treten in die Metallpedale angenehmer ist», erklärt sie. Bevor ich ins Wasser steige, wird mir das Gefährt mit 250-Watt Widerstand präsentiert. Sattel und Lenker werden auf meine Grösse angepasst. Zwei Leute führen das Fahrrad ins Wasserbecken. Jetzt geht es los.

Planschen im Wasser?

Ob ich eine Dreiviertelstunde Konditionstraining durchziehe? Auch lässt mich der Gedanke nicht los, dass das Strampeln mit der Zeit langweilig werden könnte. Die Trainerin erklärt mir die drei Positionen: sitzend, stehend und schwebend. Dann dreht Eggmann die Musik auf. Ein lockeres Einwärmen folgt. Die Beine arbeiten im Takt zur Musik. Doch anders als beim gewöhnlichen Fahrradfahren an Land werden hier auch die Arm-, Schulter- sowie Rumpfmuskulatur äusserst beansprucht, wie ich rasch feststelle. Damit habe ich nicht gerechnet. «Drückt das Wasser mit den Händen energisch weg», sagt Eggmann, während sie mit viel Engagement am Beckenrand die unterschiedlichen Übungen vormacht. Von allen Seiten spritzt das Wasser. Dann flüstert mir der Biker nebenan zu, dass ich keine Angst haben soll, denn der Muskelkater bleibe durch das Massieren des Wassers weg. Rasante Pop-Musik erklingt.

Mit Spass ans Limit gehen

«Wir kommen in die Schwebe-Position.» Mit den Händen umklammere ich den oberen Teil des Lenkers. Das Gesäss schiebe ich nach hinten, so dass ich knapp über dem Sattel schwebe. «Bei diesem Lied gehen wir an unser Limit und radeln so schnell wie möglich», ruft Eggmann ins Mikrofon. «3, 2, 1 und los!» Gefühlt radle ich um mein Leben. Der Wasserwiderstand macht es allerdings nicht einfach. Trotzdem versuche ich mit jedem Tritt an mein Limit zu gehen. Ein Blick in die Runde motiviert mich, bis zum Ende des Songs am Ball zu bleiben. «Noch 20 Sekunden, gib nochmals Vollgas!» Schweissperlen kullern von meiner Stirn. Schwitzen im Wasser ein spezielles Gefühl. Geschafft! Allesamt gehen wir zurück in die Sitzposition. Die Beine aber strampeln automatisch weiter. «Tief durchatmen», rät die Instruktorin. In der Tat ist das bewusste Atmen im feuchten Hallenbad wichtig. Es folgt das Auslaufen. Dann der Applaus. Die Lektion ist um.

Mein Fazit

Ich kann es kaum glauben. Die Zeit verging wie im Flug! Alles andere als Langeweile. Zu meinem Erstaunen hat es mir total viel Spass gemacht: «Fätzige Musik» und abwechslungsreiche Übungen. Ausserdem konnte ich mich selbst fordern. Mein Puls schoss jedenfalls ordentlich in die Höhe. Aqua Cycling sollte man meiner Meinung nach unbedingt ausprobieren.

Wiler Nachrichten vom Donnerstag, 11. Juli 2019, Seite 42 (9 Views)

ZURÜCK ZUR SEITE

 
 

<   Juli   >
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31