E-Paper - 28. November 2019
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Nach Abholzung wird gepflanzt:

1600 Bäume als höchstes Ziel gesetzt

Von Debora Baumann

Diesen Samstag wird sich im Bürerwald einiges tun. Es findet jedoch keine Abholzung statt, wie erst gerade aufgrund des Eschenpilzes. Im Gegenteil: 1600 Bäume sollen gepflanzt werden und zwar mit einem Zweck: Dem Klima in der Schweiz helfen.

Oberbüren ACNS heisst «Allianz für eine CO2-neutrale Schweiz». Hinter diesem Namen stehen die drei St.Galler Männer Michael Bernasconi, Oskar Seger und Beni Gautschi, die zusammen den Verein gründeten. Mit den Baumpflanzungen Kohlenstoffdioxidspeicher zu schaffen, ist da Ziel. So wird Positives zum Klima beigetragen.

Totalausfall in Oberbüren

«Der Borkenkäfer hat hier stark gewütet», sagt Beni Gautschi mit Blick auf die riesige leere Fläche im Bürerwald. Er selbst sei auch Förster im Gebiet Rorschach-Sitter und hatte Kontakt zu Bernhard Herbert, Revierförster von Oberbüren. Dort war das grosse Problem der Borkenkäfer, der zu grossen Abholzungen führte. «Das ist ein Totalausfall für uns», sagt Oskar Seger. Nicht nur habe man Erholungswald verloren, sondern es werde auch durch die Verbrennungen vom Holz Kohlenstoffdioxid freigesetzt. Dies zu verhindern ist das Ziel des Vereins, und 1600 Bäume sollen hier helfen.

Pflanzen für nächste Generation

Ein grosses Problem für den Förster, ein Vorteil für den Borkenkäfer: Monokulturen. Durch sie sind die Bäume anfälliger für Krankheiten oder eben auch für Käfer. Die abgeholzte Fläche im Bürerwald hatte nur aus Fichten bestanden. Diese Probleme sollten mit einer Biodiversität behoben werden. Rund sechs verschiedene Baumarten werden gepflanzt. 100 Jahre kann eine Waldgeneration gedeihen. «Wir pflanzen hier für unsere kommenden Generationen an», so Gautschi. Wie diese Pflanzung dem Wald helfen soll, sowie weitere Informationen zu Bäumen und dem Klima gibt es von Beni Gautschi am Pflanztag.

Zertifikate im Gegentausch

«Es braucht nicht nur die freiwilligen Helfer an solchen Aktionen, sondern auch die Unternehmen und Privatsponsoren», so Beni Gautschi. Beiträge leisten diese in Form von Baumkäufen. Im Gegenzug erhalten die Käufer ein Zertifikat, dass nun von ihnen ein Baum im Bürerwald steht. «Dieses Konzept ist sehr beliebt bei den Firmen», sagt Oskar Seger. Viele würden den Bezug zur Schweiz bevorzugen. Andere Organisationen, wie MyCli-mate, senden die Spendengelder nach Südamerika oder in andere betroffene Gebiete. «Was auf keinen Fall schlecht ist», sagt Michael Bernasconi, «doch die Menschen brauchen oft eine gewisse Kontrolle, die haben sie hier.»

Helfen vor der Haustür

Die Idee des Vereins sei der ganzen Debatte über den Klimawandel entsprungen, so Gautschi. In der Schweiz seien zwar die Ausmasse des Klimawandels nicht sehr gross, doch die Schweizer hätten einen starken Bezug zur Heimat und bräuchten darum die Verbindung, sagt Bernasconi. Die Schweizer Wälder würden in Klimaschutzprojekten oft vernachlässigt. Der Verein gibt so den Menschen die Möglichkeit, gleich vor ihrer Haustüre etwas für das Klima tun zu können, ob als freiwilliger Helfer am Samstag oder als Spender.

Wiler Nachrichten vom Donnerstag, 28. November 2019, Seite 9 (9 Views)

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